In einer Welt voller Ratschläge und Methoden, die uns zum „besseren“ Leben anleiten wollen, ist es leicht, sich verloren zu fühlen. Überall begegnen wir Beratern und Coaches, die uns zeigen wollen, wie wir leben, fühlen und handeln sollen, um endlich „optimal“ zu sein. In all diesen Angeboten steckt eine implizite Botschaft: Dass wir so, wie wir sind, nicht richtig sind. Wer könnte wirklich wissen, wie wir unser Leben leben sollten?
Die Akademie für salutogene Beziehungsgestaltung setzt hier einen Kontrapunkt.
Wir bieten Ihnen unser Wissen und unsere Erfahrungen wie ein Buffet an – zum selbstbestimmten Auswählen und Verweilen. Nichts ist beruhigender und löst intensivere Tiefenentspannung aus, als wenn der innere Bewertungsprozess zur Ruhe kommt und Stimmigkeit in unseren Widersprüchen entsteht.
Sie sind herzlich eingeladen, zu finden, was für Sie stimmig ist. Alles kann, nichts muss.
Ein paar Worte vom Gründer
Diese Webseite ist anders als viele andere. Sie folgt keiner Marketinglogik, keinem schnellen Nutzversprechen. Sie lädt dazu ein, zu verweilen, nachzudenken, sich einzulassen. Auf Texte, Themen, und vielleicht auch auf sich selbst.
Vielleicht kennen Sie das: Sie lesen Texte, überfliegen sie – und am Ende bleibt kaum etwas. Ich behaupte: So funktioniert heute vieles. Auch Websites. Es geht nicht um Inhalte, sondern um schöne Bilder, Grafiken, Animationen und – wie ich gelernt habe – den sogenannten "CTA", den „Call-to-Action“. Ein Knopf, der Nutzer zum Klicken verführt.
Nun, auf dieser Seite haben wir den Versuch unternommen den "CTA" in jeden einzelnen Satz zu legen. Jeder Absatz, jeder Gedanke kann – wenn er achtsam gelesen wird – einen "Call to Awareness" auslösen und mit Bedeutung aufgeladen werden. Einen inneren Impuls für Wachstum. Doch das funktioniert nur, wenn wir bereit sind, unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf das Gesagte, sondern auch auf das zu richten, was wir dabei fühlen und erleben.
Hier dürfen Gedanken wirken – langsam, leise, aber tief. Wer hier liest, soll nicht durch Inhalte scrollen, sondern sich in ihnen wiederfinden. Raus aus der Schnelligkeit, hinein in die Tiefe. Wie ein Fluss, der stetig durch ein grünes Tal fließt. Manche hören vielleicht das Plätschern. Manche das Zwischern der Vögel. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen. Und wenn Sie auf einer Seite mehrere Stunden, Tage oder Wochen verbringen oder Inhalte wiederholen – dann ist das völlig in Ordnung. Entscheidend ist: Bleiben Sie im Kontakt mit sich selbst.
Der Weg hierher war kein gerader. Es gab Diskussionen, Zweifel, unterschiedliche Ansichten darüber, wie man Menschen erreicht. Ich bin dankbar für diese Auseinandersetzungen – sie haben mich gezwungen, meinen eigenen Standpunkt zu prüfen und zu festigen. Manche sagten: „Die Texte sind zu lang. Die Menschen lesen sowas nicht mehr. Die Aufmerksamkeitsspanne ist gesunken!“ Andere: „Ihr braucht klare Angebote, klare Strukturen, sonst klickt niemand.“ Und ehrlich gesagt – zeitweise habe ich gezweifelt, dachte sie haben recht. Aber Zweifel sind nichts Schlechtes. Sie zwingen uns, ehrlich zu prüfen, wo wir stehen. Und ich merkte: Ich stand kurz davor, meine Idee zu verraten.
Dann sah ich eines Abends den Film Walk the Line – und eine Szene berührte mich: Johnny Cash steht mit seiner Band im Studio, spielt einem Produzenten ein Lied vor – eins, das alle spielen, das gut klingt, aber nichts von Johnny zeigt.
Die Band spielt ein Lied.
PRODUZENT
Halt, halt. Ich will ja nicht stören, aber habt ihr noch was anderes?
(Stille)
PRODUZENT
Es tut mir leid, ich kann keine Gospelmusik mehr vermarkten.
JOHNNY CASH
Also war’s das?
PRODUZENT
Ich nehme kein Material auf, das sich nicht verkauft.
Mr. Cash und Gospel – das funktioniert nicht.
JOHNNY CASH
Liegt es also an der Gospelmusik oder daran, wie ich sie singe?
PRODUZENT
An beidem.
JOHNNY CASH
Was stimmt denn nicht damit, wie ich sie singe?
PRODUZENT
Ich glaube ihnen nicht.
JOHNNY CASH
Sie sagen, ich glaube nicht an Gott? Ich meine, wir kommen hierher, spielen ein Lied, und Sie sagen mir, ich glaube nicht an Gott?
PRODUZENT
Sie wissen genau, was ich meine.
Wir haben dieses Lied schon hundertmal gehört.
Genau so. Genau so, wie sie es gerade gesungen haben.
JOHNNY CASH
Aber Sie uns das Lied ja gar nicht zu Ende singen lassen.
PRODUZENT
Na gut, dann bringen wir es zu Ende! Wenn sie von einem Truck angefahren worden wären und im Rinnstein liegen würden, dem Tod nahe – und sie hätten Zeit, ein letztes Lied zu singen, ein einziges Lied, an das sich die Menschen erinnern, bevor sie von der Erde verschwinden, ein Lied, mit dem sie Gott zeigen würden, was sie über ihre Zeit hier auf Erden empfunden haben – ein Lied, das siezusammenfasst… Wollen sie mir sagen, das wäre das Lied, das sie singen würden? Dieses immer gleiche Stück, das den ganzen Tag und überall läuft – über den "inneren Frieden", und wie echt er ist und wie man ihn ganz einfach erreichen könne und wie sie ihn hinausschreien werden? Oder würden sie etwas anderes singen – etwas Echtes, etwas, das sie fühlen? Denn ich sag ihnen was: Das ist die Art von Lied, die Menschen wirklich hören wollen. Das ist die Art von Lied, die Menschen wirklich rettet. Es hat nichts damit zu tun, an Gott zu glauben, Mr. Cash. Es geht darum, an sich selbst zu glauben.
Johnny spielt danach seine eigenen Songs…
Diese Szene hat mich tief berührt. Ich wusste plötzlich: Das ist es. Denn es ging mir nie darum, etwas zu verkaufen – auch wenn das in einer hochkapitalisierten Gesellschaft vielleicht ungewöhnlich ist. Es geht mir darum, Wissen in die Öffentlichkeit zu bringen, das heute dringender denn je gebraucht wird: Wie wir salutogene Beziehungen gestalten. Wie Beziehung unsere Gesundheit prägt. Ein Kontrapunkt gegen die - fast schon krankheitsinduzierende - Überzeugung, dass Wachstum, Beziehung und Resonanz allein in individueller Leistung liegen. Ich will meinen Song spielen. Und diese Webseite ist genau das.
Sie ist nicht für Menschen, die schnelle Antworten suchen. Ich glaube schließlich auch nicht an schnelle Lösungen. Ich glaube an die Kraft der inneren Bewegung, die entsteht, wenn man sich wirklich mit einer Idee auseinandersetzt. Deshalb enthält diese Seite viele Geschichten, Beispiele und Gedanken – aber keine fertigen Rezepte oder einfachen Lösungen. Sie ist bewusst langsam gehalten.
Wer die schnelle Antwort sucht, wird sie hier nicht finden. Ein gewisses Maß an Einlassungsbereitschaft, Neugier und Erkundungsfreude ist nötig. Wer dazu keine innere Ruhe findet, ist von seiner gesunden Beziehungsgestaltung wie der von Anderen ganz weit entfernt.
Wer sich aber auf den stilleren Prozess des Erkennens einlässt, kann vielleicht etwas finden, das bleibt.
Herzliche Grüße, ihr
Dr. Klaus-Dieter Dohne