
Die Inhalte der ASBG bauen auf verschiedenen psychologischen, neurobiologischen und systemischen Modellen auf. Sie helfen dabei sich dem verstehen anzunähern, also warum wir fühlen, denken und handeln, wie wir es tun.
Jede der auf dieser Website beschriebenen Beziehungsformen (ICH, ICH UND DIE ANDEREN, KI, SPORT, UNTERNEHMEN und GESELLSCHAFT) sowie die verschiedenen Themenbereiche basieren auf diesen Hintergründen. Jede Seite beleuchtet dabei einen eigenen Ausschnitt menschlichen Erlebens.
Gleichzeitig hängen alle Themen eng miteinander zusammen. Bedürfnisse beeinflussen unsere Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit beeinflusst unsere Bewertungen. Bewertungen prägen Beziehungen. Beziehungen wiederum wirken auf unser Erleben zurück.
Vielleicht möchtest du die einzelnen Themen deshalb nicht isoliert betrachten, sondern als Teile eines größeren Zusammenhangs verstehen. Es kann hilfreich sein, zunächst in die Hintergründe einzutauchen, um die Zusammenhänge auf den übrigen Seiten leichter nachvollziehen zu können.
Tauche ein und entdecke die Grundlagen salutogener Beziehungsgestaltung.







Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.
Viktor Frankl (1905-1997)
Manche Dinge lassen sich durch Modelle und Theorien gut erklären. Andere werden erst durch Geschichten wirklich verständlich. Hier findest du Parabeln, Metaphern, Videos und persönliche Erfahrungen, die die Inhalte dieser Website aus einer anderen Perspektive beleuchten. Sie laden dazu ein, innezuhalten, Zusammenhänge neu zu betrachten und bekannte Themen anders zu sehen.
Vielleicht erkennst du dabei etwas von dir selbst wieder. Vielleicht begegnet dir eine Idee, die dich noch eine Weile begleitet. Oder vielleicht entsteht einfach ein neuer Blick auf das, was Heilung, Entwicklung und Beziehung bedeuten können.

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt,
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.
- Conrad Ferdinand Meyer

Ein alter Zen-Meister sitzt vor seiner Hütte und döst in der Morgensonne. Seine Schüler nehmen allerdings an, dass er in einer für sie unerreichbaren Tiefenmeditation ist. Gut für den Meister, dass es so schwer ist, zwischen Dösen und Meditieren sicher zu unterscheiden.
Ein besonders eifriger Schüler nähert sich seinem Meister. Der kommt wieder zu sich. Sein Schüler bittet ihn um eine Aufgabe. Er will auf dem Wege seiner Erleuchtung einen Schritt weiterkommen. Der Meister - innerlich etwas verärgert, wieder einmal gestört worden zu sein, äußerlich die Gelassenheit selbst - überlegt einen kurzen Moment und stellt seinem Musterschüler eine Aufgabe, etwa so:
Mein lieber Schüler, du siehst, ich habe hier einen Stock in der Hand. Ich werde dich gleich fragen, was ich in der Hand habe. Antwortest du es ist ein Stock verprügle ich dich mit dem Stock. Antwortest du, es ist kein Stock, verprügele ich dich mit dem Stock. Hier also wie versprochen, deine Aufgabe: Sage mir, was ich in der Hand habe!
Eben noch gut gestimmt und voller Tatendrang, bemerkt unser Zen-Schüler schnell, dass er mit den altbekannten Antwortmöglichkeiten nicht durchkommt. Beides hätte zur Folge, dass er Schläge bekommt. Und das weiß er nun sicher: Das möchte er nicht. Aber damit weiß er noch nicht, was er möchte, was er antworten will. Er ist unsicher. Er fühlt sich bedroht. Er hat Angst. Er zaudert und beginnt ängstlich, nach Antworten zu suchen. Er fühlt sich wie in einem Schwebezustand und weiß nicht, wie er wieder auf den sicheren Boden kommen kann. So viel ist ihm aber klar: Die beiden möglichen Antworten - es ist ein Stock/es ist kein Stock - kommen nicht in Frage, denn dann gibt es Haue.
Zunächst kommen ihm also nur Fragen: Was könnte eine Antwort sein, die der Frage des Meisters nicht ausweicht, aber keine der vorgegebenen Antworten wäre? Könnte eine andere Bezeichnung des Stocks eine Möglichkeit sein? Welche anderen Bezeichnungen sind möglich? Er findet mehrere: "ein länglicher Gegenstand", "ein Stück Holz".
Schließlich kommt ihm auch der Gedanke, einfach eine Bezeichnung zu wählen, die nichts mit dem Stock zu tun hat: ein Klavier, ein Klavier, es ist ein Klavier! Diese Möglichkeiten verwirft er aber sehr schnell. Er möchte nicht den Eindruck bei seinem Meister aufkommen lassen, dass er nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Nein, das will er wirklich nicht. Er erinnert sich, dass er vor einiger Zeit einen Anfängerkurs über buddhistische Meditationstechniken besucht hat und dort mit dem Mantra des „Om“ vertraut gemacht wurde. Wenn er also seinen Meister „Om“ als Antwort anbieten würde, dann könnte er - so eine ängstliche Überlegung - sein Gesicht wahren, ja vielleicht sogar auf ein Fleißkärtchen als Meditationsmusterschüler hoffen. Er hat Angst zu versagen und seinen Meister zu enttäuschen. Er zögert aber, diese Antwort zu geben.
Stattdessen bemerkt er, dass das nicht alles ist, was er an Gefühlen und Vorstellungen seinem Meister entgegenbringt. Zwar bewundert er ihn, aber er hegt auch schüchterne Gefühle des Ärgers über den Meister, der ihn schon oft mit Aufgaben bestraft und gequält hat. Erst kürzlich musste er einen ganzen Monat lang den Innenhof des Klosters fegen. Angeblich eine besonders intensive Form von Meditation. Warum sollte er es ihm eigentlich nicht mal zurückzahlen? Er könnte dem Meister den Stock abnehmen und statt vom Meister verprügelt zu werden, den Meister verprügeln. An körperlicher, wenn auch vielleicht nicht an spiritueller Kraft könnte er es ohne weiteres mit dem Meister aufnehmen. Kühner Gedanke! Aber wieder stellt sich ängstliches Zaudern ein, obwohl ihm die Vorstellung des Meisterverprügelns nicht aus dem Kopf geht, wie ihm überhaupt der Meister und seine Fragen nicht aus dem Kopf gehen.
Warum eigentlich, so fragt er sich nun - könnte er nicht auch einfach die geforderten Antworten verweigern? Dazu müsste er nur den Gedanken nachgehen, der sich gerade in ihm breit zu machen versucht: "Meister, du gehst mir irgendwie auch ziemlich auf den Geist mit deinen blöden Erleuchtungsfragen!" Wenn er dies aber tun würde, so zögert er ängstlich, dann gefährdet er sicher die Beziehung zum Meister. Und was hatte er nicht alles in Kauf genommen und dafür getan, um vom Meister unter den vielen Bewerbern erkannt und als Schüler angenommen zu werden? Vielleicht - so fragt er sich ängstlich - schickt mich der Meister dann sogar weg? Und was soll dann aus mir werden, aus mir, einem verstoßenen Schüler? Was wäre aber, wenn nicht der Meister ihn verstoßen würde, sondern umgekehrt er den Meister verstieße und ihn verließe? Glänzender Gedanke! Er klopft sich - selbstverständlich nur in Gedanken - auf die eigene Schulter. Aber, so zögert der ängstlich, was mache ich dann? Was soll dann aus mir werden? Ich kann doch nichts Vernünftiges.
Endlich reift seine Entscheidung, und er weiß, wie er die Frage des Meisters beantworten will. Er gibt sich die Antwort selbst, nicht dem Meister, und schreitet zur Tat. Die Antwort, die er sich selbst gibt: "Jetzt ist endlich Schluss, Meister, ich habe diese ewigen Aufgaben, die nicht zu lösen sind, mit denen man sich aber stunden-, tage-, und wochenlang herumgequält, endgültig satt. Mach was du willst, aber nicht mehr mit mir! Ich gehe, ohne deine Frage zu beantworten! Ich suche mir selbst ein paar Schüler, die ich dann als Meister mit solchen Fragen, die ich ja zur Genüge kennengelernt habe, quälen kann, und wo ich gelassen und hochangesehen schon am frühen Morgen vor mich hindösen kann." Gedacht, getan und in guter Stimmung ist er verschwunden und der Meister hat einen Schüler weniger.
Der Meister sieht seinen Schüler von dannen ziehen, ohne eine Antwort auf seine Frage bekommen zu haben. Gut gelaunt lehnt er sich zurück und kann sich wieder dem morgendlichen Dösen widmen. Zufrieden, weil er es wieder einmal geschafft hat, einen Schüler zum Meister werden zu lassen.

Ein orientalischer König hatte einen beängstigenden Traum: Er träumte, dass ihm alle Zähne, einer nach dem anderen, ausfielen. Beunruhigt rief er seinen Traumdeuter herbei.
Dieser eröffnete dem König sorgenvoll: "Ich muss dir eine traurige Mitteilung machen. Du wirst deine Angehörigen einen nach dem anderen verlieren, ähnlich wie deine Zähne im Traum ausfielen." Dies erzürnte den König und er ließ den Mann in den Kerker werfen.
Ein zweiter Deuter wurde geholt und befragt. Er hörte sich den Traum an und sagte: "Ich bin glücklich, dir eine freudige Mitteilung machen zu können: Du wirst älter werden als alle deine Angehörigen, du wirst sie alle überleben."
Der König war hoch erfreut und belohnte den Mann reichlich.
(Peseschkian und Peseschkian, 2009)

Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen. Der Sohn führte und der Vater saß auf dem Esel: „Der arme kleine Junge“, sagte ein vorbeigehender Mann. „Seine kurzen Beine versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man nur so faul auf dem Esel sitzen, wenn man sieht, dass das Kind sich müde läuft?” Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.
Es dauerte nicht lange, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: „So eine Unverschämtheit! Sitzt doch der kleine Bengel wie ein König auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.“ Dies tat nun dem Jungen leid und er bat seinen Vater, sich mit ihm auf den Esel zu setzen.
„Ja, gibt es sowas?“, sagte eine alte Frau. „So eine Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch und der junge und der alte Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus. Der arme Esel!“ Vater und Sohn sahen sich an, stiegen beide vom Esel herunter und gingen neben dem Esel her.
Dann begegnete ihnen ein Mann, der sich über sie lustig machte: „Wie kann man bloß so dumm sein? Wofür hat man einen Esel, wenn er einen nicht tragen kann?“
Der Vater gab dem Esel zu trinken und legte dann die Hand auf die Schulter seines Sohnes. „Egal, was wir machen“, sagte er, „es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten!“. Der Sohn nickte zustimmend.
(Frei nach Nasreddin Hodscha)

Zwei Mönche - ein erfahrener und ein junger - sind auf einer Pilgerreise. Sie erreichen einen Fluss mit starker Strömung, an dessen Rand eine junge Frau in feinen Kleidern steht.
Sie zögert, den Fluss zu überqueren und bittet die beiden darum ihr zu helfen. Der ältere Mönch hebt sie schweigend auf seine Schultern, trägt sie durchs Wasser und setzt sie sanft auf der anderen Seite ab. Die Frau dankt ihm und geht weiter. Die Mönche setzen ihre Wanderung fort.
Stunden später bricht der jüngere Mönch sein Schweigen und beschimpft den älteren Mönch, dass er die Frau angefasst und dann noch auf seinen Schultern getragen hat. Er wies ihn auf die Regel hin, dass Mönche Frauen nicht berühren dürfen. Er habe sich so schuldig gemacht!
Der ältere Mönch bleibt gelassen und antwortet: "Ich habe sie nur über den Fluss getragen und am anderen Flussufer abgesetzt. Wie ich höre, trägst du sie immer noch!"

Es war einmal ein kleines Mädchen, das in seinem Zimmer eine Maus hatte. Diese Maus war nicht irgendein Tier. Sie war ihr bester Freund. Jeden Tag spielten die beiden miteinander, teilten Geheimnisse und lachten. Das Mädchen liebte die Maus von ganzem Herzen.
Eines Tages kam ihr ein Gedanke: „Meine kleine Maus soll auch einmal die große, weite Welt sehen!“ Also steckte sie den winzigen Freund behutsam in die Tasche ihrer Kittelschürze und machte sich auf den Weg hinaus. Zuerst war alles wunderbar. Die Sonne schien, die Vögel sangen, und das Mädchen fühlte sich glücklich. Doch nach einigen Straßen sah sie plötzlich eine Katze. Eine schlanke, geschmeidige Katze mit funkelnden Augen.
In diesem Moment schoss ihr ein furchtbarer Gedanke durch den Kopf: „Katzen fressen Mäuse!“ Die Angst packte sie. Ihr Herz begann zu rasen, ihre Beine liefen schneller und schneller. Doch je schneller sie rannte, desto größer schien die Katze zu werden – bis sie fast so groß war wie ein Tiger! Panik überflutete das Mädchen. Sie wusste nicht mehr, was sie tun sollte.
Da hörte sie eine leise, piepsige Stimme aus ihrer Tasche. Es war die Maus. Ganz ruhig flüsterte sie: „Bleib stehen. Dreh dich um. Schau ihr in die Augen. Dann wird sie wieder klein.“Das Mädchen hielt inne, atmete tief durch und drehte sich um. Zuerst sah sie den riesigen Tiger, dann die Katze - und schließlich, als sie ihr fest in die Augen blickte, wurde das Tier kleiner und kleiner, bis es wieder eine gewöhnliche Katze war. Mit einem letzten Blick schlich sie davon.
Das Mädchen lächelte erleichtert. Sie nahm ihre Maus aus der Tasche, streichelte sie sanft und ging weiter, mutiger als je zuvor. Denn sie hatte gelernt: Angst wird größer, wenn man vor ihr davonläuft. Aber wenn man ihr ins Gesicht sieht, schrumpft sie.

Mit dem Geist der Zeit befinde ich mich in vollständigen Widerspruch, weil er von einer Missachtung des Denkens erfüllt ist. Verzicht auf Denken ist geistige Bankrotterklärung. Wo die Überzeugung aufhört, dass die Menschen die Wahrheit durch ihr Denken erkennen können, beginnt der Skeptizismus. Tatsächlich besitzt der moderne Mensch kein geistiges Selbstvertrauen mehr. Hinter einem selbstsicheren Auftreten verbirgt er eine große geistige Unsicherheit. Ich bin der Zuversicht, dass der aus Wahrheit kommende Geist stärker ist als die Macht der Verhältnisse.
Albert Schweitzer (1885-1965)
Hier findest du ausgewählte Empfehlungen, weiterführende Quellen und Projekte, die wir als hilfreich, inspirierend oder ergänzend erleben. Nicht alles davon entspricht vollständig der Sichtweise der ASBG. Dennoch können unterschiedliche Perspektiven dabei helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen und den eigenen Blickwinkel zu erweitern.